Kriegsgefangenenlager Stalag VII A

Wehrkreise und Stammlager

Die Wehrmacht teilte das Deutsche Reich in militärische Verwaltungsbereiche ein, die so genannten Wehrkreise. Die jeweiligen Wehrkreisverwaltungen waren für die Einrichtung der Kriegsgefangenenlager und die Organisation der Arbeitseinsätze der Gefangenen zuständig. In jedem Wehrkreis entstanden so ein oder mehrere „Stammlager“ (Stalag) für die Mannschaften (Soldaten und Unteroffiziere). Dort wurden die Gefangenen mit Personalkarten registriert, auf denen ihre persönlichen Daten sowie alle folgenden Einsätze, Aufenthalte, Krankheitsfälle, ggf. Todesfälle und Bestattungen eingetragen wurden. Dadurch entstanden im Reich über 40 kleinere und größere Stalags.

Der Wehrkreis VII umfasste den südbayerischen Raum, die zentrale Behörde hatte ihren Sitz in München. Dort wurde entschieden, das erste Lager Stalag VII A in Moosburg einzurichten.

Später (1940) wurde noch ein weiteres, kleineres Lager, das Stalag VII B in Memmingen, für den Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen in Bayerisch-Schwaben eingerichtet.

Hier gibt es dazu weitere Informationen aus dem Stadtarchiv Memmingen.

Daneben gab es noch die Offizierslager (Oflag), in denen Offiziere getrennt erfasst wurden. Sie hatten einen anderen Status und durften entsprechend internationalem Recht nicht zu Zwangsarbeit herangezogen werden. Für den Wehrkreis VII befand sich das Oflag VII A in Murnau. Hier wurden von 1939 bis 1945 zeitweise bis zu 5.000 kriegsgefangene Offiziere und Generäle der polnischen Armee untergebracht.

Lese-Tipp: „Alpenblick hinter Stacheldraht: Das polnische Offiziersgefangenenlager VII A in Murnau 1939-1945“, ISBN 9783869069814

Das Stalag VII A in Moosburg

Im September 1939, kurz nach Auslösung des Zweiten Weltkrieges durch Hitler-Deutschland, wurde im Norden der Stadt Moosburg das Kriegsgefangenenlager STALAG VII A (Stammlager) eingerichtet. Die ersten Kriegsgefangenen, die das Lager im Oktober 1939 erreichten, wurden zunächst in Zelten untergebracht. Ab 1940 erstellte man feste Baracken zu ihrer Unterbringung.

Das Lager, das ursprünglich für 10.000 Gefangene geplant war, zählte schließlich bei Kriegsende etwa 80.000 Gefangene aus zahlreichen Ländern. Insgesamt wurden mehr als 150.000 Kriegsgefangene im Stalag VII A, einem der größten deutschen Lager, registriert. Sie wurden von hier aus in Arbeitskommandos in Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft im Wehrkreis VII (Südbayern) verteilt und zu Zwangsarbeit eingesetzt. Das Lager wurde unter Leitung der Wehrmacht weitgehend gemäß internationaler Abkommen (Genfer Konvention) geführt.

Detaillierte Informationen finden sich hier in unseren mehrsprachigen Faltblättern.

Lese-Tipp: In unserer Broschüre „Stalag VII A – Ein Kriegsgefangenenlager 1939-1945“ beschreibt der Historiker Dr. Dominik Reither die verschiedenen Organisations- und Lebensbedingungen im Lager (mit wissenschaftlichen Quellen-Referenzen).

Deutlich schlechter waren jedoch die sowjetischen Gefangenen gestellt, die durch diesen internationalen Rechtstatus nicht geschützt waren und als ideologischer Feind behandelt wurden. Sie bekamen weniger Nahrung und medizinische Versorgung und wurden nicht mit Hilfslieferungen des Schweizer Roten Kreuzes unterstützt. Davon zeugen auch die Toten im Kriegsgefangenenfriedhof. Etwa 800 der etwa 1000 Begrabenen waren sowjetische Gefangene, die meist durch Entkräftung und Krankheit starben.

Lese-Tipp: Vier lokale Autoren erforschen die besondere Situation der sowjetischen Kriegsgefangenen. Das BuchAuf den Spuren verlorener Identitätengeht nicht nur den historischen Quellen bis hin zu den Namen der Verstorbenen nach, sondern folgt auch der subjektiven Sicht von Gefangenen und Bewachern im Lager.

Hier ein Plan des Lagers: